Am gestrigen Donnerstag (19.02.2026) waren die Eisbären Wesel zu Gast in Dorsten bei den Schalker Haie, die aktuell Tabellenfünfter sind.
Am Ende stand ein deutlicher 6:2-Auswärtssieg für die Gäste – doch das Ergebnis spiegelt nur bedingt den Spielverlauf wider.
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Erstes Drittel: Chancenwucher trotz klarer Überlegenheit
Von Beginn an tat sich Wesel schwer gegen die gut strukturierte und kompakt stehende Defensive der Hausherren.
Zwar erspielten sich die Eisbären ein deutliches Chancenplus – gefühlt 20:2 Torschüsse –,
doch die Hartgummischeibe wollte einfach nicht über die Linie.
Der stark aufgelegte Schalker Schlussmann vereitelte mehrere hochkarätige Möglichkeiten.
So ging es trotz drückender Überlegenheit torlos mit 0:0 in die erste Drittelpause.
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Zweites Drittel: Effektivität brachte die Führung
Auch im Mittelabschnitt dominierte Wesel zunächst das Geschehen und schnürte Schalke phasenweise im eigenen Drittel ein.
Die Abschlüsse blieben jedoch weiterhin ohne Ertrag.
Wie so oft im Eishockey folgte die kalte Dusche auf dem Fuß:
Mit ihrem ersten nennenswerten Angriff drangen die Gastgeber ins Weseler Drittel vor, ein Schuss ins kurze Eck überwand Torhüter Frank Pribil zum 1:0.
Der Rückstand zeigte zunächst Wirkung, doch nur wenige Zeigerumdrehungen später nutzten die Eisbären eine Überzahlsituation konsequent und glichen zum 1:1 aus.
Oliver Vollbrecht brachte das Bully zu Marcin Schott.
Dieser legte auf Verteidiger Kai Schlombs, der mit einem satten Schuss von der blauen Linie den Torwart zu einer Glanzparade zwang.
Dieser konnte den Puck aber nur zur Seite abwehren.
David Cornelis stand goldrichtig und netzte zum 1:1 ein.
Schalke blieb seiner Linie treu, baute die Abwehr konsequent ab der roten Linie auf und erschwerte Wesel weiterhin das strukturierte Offensivspiel.
Kurz vor der zweiten Drittelpause war es dann David Cornelis, der mit einem abgefälschten Querpass die 2:1-Führung für die Gäste erzielte.
Dennis Schott setzte sich zunächst wunderbar über rechts durch, David Cornelis nahm die Scheibe auf und zog Richtung Tor.
Den Pass lenkte ein Schalker Verteidiger vor dem einschussbereiten Dennis Schott mit dem Schlittschuh ins eigene Tor.
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Drittes Drittel: Entscheidung in der Schlussphase
Im Schlussabschnitt änderte sich das Bild zunächst kaum.
Wer jedoch erwartete, dass Schalke sich ausschließlich aufs Verteidigen beschränken würde, sah sich getäuscht.
Die Hausherren beteiligten sich nun aktiver am Offensivspiel und kamen durch mehrere sehenswerte Kombinationen zu guten Möglichkeiten.
Wesel agierte in dieser Phase nicht mehr so druckvoll und zeigte insbesondere in der Rückwärtsbewegung Nachlässigkeiten.
Mit etwas Glück überstanden die Eisbären die Drangphase der Gastgeber.
Ein sehenswert vorgetragener Angriff führte schließlich zum 3:1, nur wenige Minuten später folgte das 4:1.
Beide Tore erzielte Dennis Schott.
Dieser Doppelschlag schien den Schalkern sichtbar den Stecker zu ziehen.
Doch Schalke kam noch mal zurück und verkürzte auf 4:2.
Wesel übernahm aber wieder schnell das Kommando und baute die Führung auf 5:1 aus.
Benni Hüsken nahm sich ein Herz und führte die Scheibe pfeilschnell ins gegnerische Drittel und legte auf David Cornelis auf.
Den abgewehrten Puck nahm Robert Thiel gedankenschnell auf und legte die Scheibe zu Lukas Baldys rüber.
Baldys war es, der mit einem sehenswerten Schlenzer in den Winkel dem gegnerischen Torwart keine Chance ließ und zum 5:2 einschoss.
Joey Menzel machte mit seinem Tor zum 6:2 auf Vorlage von Dennis Schott und René Herder den Deckel drauf.
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Fazit:
Trotz des deutlichen Ergebnisses war es ein mühevoll erkämpfter Auswärtssieg für die Eisbären Wesel. Über weite Strecken fehlte die Laufbereitschaft, insbesondere das Spiel ohne Scheibe wurde vernachlässigt.
Gegen einen defensiv eingestellten Gegner reicht reines Chancenübergewicht nicht aus – hier bedarf es größerer Konsequenz, Tempo und Präzision.
Die zwei Punkte nehmen die Bären dennoch mit nach Hause.
